Wallonisch-Niederländische Kirche
Wie eng Toleranz und Terror, Hoffnung und Zerstörung zusammenliegen können, zeigt wohl kein anderes Gebäude Hanaus so deutlich wie die Wallonisch-Niederländische Kirche. Errichtet wurde das Gotteshaus von calvinistischen Glaubensflüchtlingen, denen Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg Ende des 16. Jahrhunderts Ansiedlung und freie Religionsausübung zugestanden hatte. Da die Neuankömmlinge sowohl niederländisch- als auch französischsprachig waren, entschloss man sich zu einer Doppelkirche. 1609 wurde hier der erste Gottesdienst gefeiert. Die größere, wallonische Kirche hatte einen zwölfeckigen Grundriss, die kleinere niederländische war achteckig. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauensemble – die gesamte Hanauer Innenstadt – in der Bombennacht vom 19. März 1945 bis auf die Außenmauern zerstört.
In der Nachkriegszeit beschloss man, beide Gemeinden zusammenzulegen und baute bis 1960 den niederländischen Teil der Kirche wieder auf. Die Ruine der wallonischen Kirche beherbergt die Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung mit Gedenkstätte und ist bis heute ein Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung.
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